Neues Rechnungslegungsrecht

Am 1. Januar 2013 ist das neue Rechnungslegungsrecht mit einer Übergangsfrist von 2 Jahren in Kraft getreten. Für die Buchführungspflicht wird neu eine rechtsformneutrale Regelung vorgesehen (bis anhin war diese an den Eintrag im Handelsregister gekoppelt). Das neue Rechnungslegungsrecht findet erstmals zwingend Anwendung für das Geschäftsjahr, das zwei Jahre nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung beginnt (somit Beginn Geschäftsjahr ab 1. Januar 2015).

Die rechtsformneutrale Regelung der Buchführungspflicht knüpft an die Grösse der Unternehmung an. Gemäss Art. 957 Abs. 1 Obligationenrecht (OR) unterliegen der Buchführungs- und Rechnungslegungspflicht neu neben den juristischen Personen, Einzelunternehmungen und Personengesellschaften, die einen Umsatzerlös von mindestens CHF 500’000 im vorangegangenen Geschäftsjahr erzielt haben. Für Einzelunternehmungen und Personengesellschaften, die nicht einen Umsatzerlös von CHF 500’000 erreichen, gilt gestützt auf Art. 957 Abs. 2 OR die Verpflichtung über die Einnahmen und Ausgaben sowie über die Vermögenslage Buch zu führen (sog. Milchbüchleinrechnung).

Damit unterliegen freiberufliche Selbständigerwerbende (insbesondere Ärzte, Zahnärzte usw.), die bislang in der Regel von der Buchführungspflicht befreit waren, bei Erreichen der Umsatzschwelle, neu zwingend der Buchführungs- und Rechnungslegungspflicht gemäss Art. 957 Abs. 1 OR!

Aus Sicht der Mehrwertsteuer muss sichergestellt sein, dass bei Führen einer „Milchbüchleinrechnung“ die Einnahmen- und Ausgabenrechnung vollständig und lückenlos geführt wird sowie wahrheitsgetreu ist.

Aufgrund der Anforderungen von Seiten der Steuerbehörden aber auch von Seiten der Mehrwertsteuer empfiehlt es sich, auch wenn keine Buchführungspflicht besteht, eine den Art. 957 Abs. 1 OR entsprechende Buchführung vorzunehmen!

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